Ein 0:3 mit Lust auf mehr

13. Oktober 2018

Tolle Kulisse im Tollhaus: Zum Saisonauftakt in der Volleyball-Bundesliga kamen 2300 Zuschauer in die Tübinger Paul Horn-Arena.

Sie sahen einen Sieg des Favoriten VfB Friedrichshafen, ein kurzweiliges Spiel und einen neuen TV Rottenburg, der sich trotz der Niederlage gut präsentierte. Einen „sehr guten Anfang“ sah auch TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. Aufgrund der Verletzungen konnte er wenig wechseln und musste auf Leistungsträger wie Tim Grozer und Jannis Hopt verzichten.

Wenig Respekt zeigte der TVR anfangs vor dem Deutschen Rekordmeister und dem Weltmeister-Trainer Vital Heynen. Die ersatzgeschwächten Rottenburger spielten gegen die Häfler munter mit und gingen beim 10:9 zum zweiten Mal in Führung. Timon Schippmann zeigte sich dabei bestens aufgelegt in Annahme, Außenangriff und Block. Auch Zuspiel-Neuling Jan Röling machte seine Sache gut und setzte seine Angreifer variabel in Szene. Aber der beherzte Auftritt reichte nicht, um den großen Favoriten VfB Friedrichshafen in Verlegenheit zu bringen. Nach der zweiten technischen Auszeit zogen die Gäste davon und sicherten sich den Satz mit 25:20.

Der TVR und seine Fans hatten schon richtig Spaß im Tollhaus und knüpften auch im zweiten Satz an die gute Leistung an. 5:4 hieß es nach wenigen Bällen. Wenig später kam der Weltmeister in Rage: Beim 7:7 pfiff Heynen seine Jungs so richtig an, als nach Rottenburger Abwehr und Rettungsball der VfB gegen nur zwei Blockspieler im Angriff nicht durchkam. VfB-Außen Robert Aciobanitei reagierte prompt auf die Ansage und legte wenig später eine beeindruckende Aufschlagserie hin. Danach waren die Gäste nicht nur fünf Punkte vorne, sondern hatten die TVR-Annahme etwas ins Wackeln gebracht. Doch mit dem Tollhaus im Rücken kämpften sich die Roten wieder ins Spiel und sorgten immerhin dafür, dass der Rückstand nicht größer wurde. Und klasse Aktionen gab’s auch, etwa als der 211-Mann Jurkovics dem 212-Mann Günthör den Ball vor die Füße blockte. Dennoch ging der Satz mit 25:18 an die Häfler.

Ähnliches Bild im dritten Satz: Wieder gab’s eine frühe TVR-Führung, bevor sich der VfB-Friedrichshafen mehr und mehr absetzte. 17 Punkte erspielte sich das neue TVR-Team und zumindest mal den Respekt der Fans – dass sie bald die Herzen erspielen ist bei solch beherzten Auftritten sehr wahrscheinlich. Und nach der langen Sommerpause war richtig Stimmung im Tollhaus der Liga. Dieser Saisonauftakt macht Lust auf mehr.

Unter die Haut gingen die Abschiedsszenen in der 10-Minuten-Pause und nach dem Spiel. Dabei gab’s langen Applaus und viel Dankbarkeit für Philipp Trenkler und Didi Mehlberg. Der einstige Kapitän wurde im Tollhaus nach 10 Jahren und unzähligen Flugeinlagen mit einem „Hubschraubereinsatz“ verabschiedet.

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