Arbeitssieg gegen die Talente

15. Januar 2019

Der TV Rottenburg besteht gegen den VCO Berlin und holt drei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

1300 Zuschauer in der Tübinger Paul Horn-Arena sahen zu Beginn einen schwachen TVR, der mit jedem Satz besser wurde. „Am Anfang hat einfach der Kopf nicht mitgespielt“, sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger, „aber wir haben wichtige Punkte geholt“.

So sieht ein klassischer Fehlstart aus: Gegen die Talente vom VCO Berlin startete Rottenburg völlig verunsichert. Ein Annahmefehler folgte dem nächsten, bis es kurz nach Anpfiff 2:8 stand. Einen so nervösen und gehemmten TVR hat man vor heimischem Publikum noch selten gesehen. Was stimmte, war einzig der Kampfgeist, mit dem sich die Jungs im Spiel hielten. Auf zähe Weise pirschte sich der TVR an den VCO heran, um schließlich den Ausgleich zum 23:23 zu schaffen. Trotzdem sicherten sich die erste Runde im Kellerduell die Berliner mit einem Block zum 25:23.

Zäh ging’s weiter beim TVR, der wieder in Rückstand geriet. Aber schon zur Mitte des Satzes kam der Umschwung. An der Führung schnupperten die Rottenburger erstmals beim 14:13, gefolgt von einem richtigen Kracher von Fred Nagel. Nicht nur er machte über die Mitte schöne Punkte, sondern auch Mitch Penning – aber eben nur, wenn es die TVR-Annahme zuließ. Mittlerweile hatte sich der Rottenburger Riegel stabilisiert, wodurch Jannis Hopt das Spiel vielseitiger aufziehen konnte. 25:20 hieß die Belohnung im zweiten Durchgang.

Spätestens jetzt waren die Jungs vom VCO unter Druck. Sie zeigten jetzt mehr Fehler und kamen nicht mehr ungestreift am Rottenburger Block vorbei. Auch die Abwehr der „Roten“ machte jetzt ihre Sache besser. Dann kann auf einmal Volleyball so einfach sein. Jetzt lief’s beim TVR und der Satzgewinn fiel mit 25:16 deutlich aus.

Der VCO Berlin reagiert nochmals mit mehr Druck im Aufschlag und mehr Angriffe im ersten Tempo. Mit Erfolg: Eine Führung sprang nochmals heraus zu Beginn des vierten Durchgangs. Doch der TVR ließ sich jetzt nicht mehr aus dem Konzept bringen. Der Block arbeitete jetzt gut gegen die jungen Talente, auch wenn Lukas Pfretzschner und Julian Meissner immer wieder ihre Angriffe durchbrachten. Auch Libero Ivan Batanov machte seine Sache richtig gut. Nur der TVR leistete sich in dieser Phase keine Aussetzer mehr. Idner Martins zeigte seine Routine mit cleveren Angriffspunkten. Den Matchball zum 25:22 verwandelte Tim Grozer.

Nach dem Spiel atmete Hans Peter Müller-Angstenberger tief durch. „Alles andere als ein Sieg wäre bitter geworden.“ Jetzt ist zumindest der letzte Tabellenplatz kein Thema mehr und der Blick geht für die Rückrunde nach vorne. Direkt im Anschluss an die Begegnung ging der Blick der VIP-Gäste in der Paul Horn-Arena auf den Bildschirm: Die Handballnationalmannschaft spielte in der Schlussphase ihr Gruppenspiel gegen Frankreich. Allgemeines Stöhnen war angesagt bei den Zuschauern, als Frankreich Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 25:25 machte.

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