GEA: »Alles ist möglich«

27. Oktober 2017

Der TV Rottenburg erwartet am Samstag Meisterschaftsfavorit VfB Friedrichshafen zur Belastungsprobe
ROTTENBURG. Die spielfreie Woche kam dem TV Rottenburg nicht gerade ungelegen. Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger nutzte die Zeit, um an der größten Schwachstelle des Teams zur arbeiten: Der Wettkampfhärte. Dass diese nach einer Saisonvorbereitung mit vielen verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfällen noch fehlt, zeigte die 2:3-Heimniederlage zum Auftakt in die Volleyball-Bundesliga gegen Königs Wusterhausen. Da ging den Rottenburgern im Entscheidungssatz schlichtweg die Luft aus.

Auch wenn jetzt noch lange nicht alles perfekt sei, sagt Müller-Angstenberger, »haben wir gute Fortschritte gemacht«. Die macht auch Hauptangreifer Ferenc Nemeth nach zwei Knie-Operationen langsam aber sicher. Bei »60 Prozent« seiner Fitness sah ihn der Trainer nach dem ersten Spiel. »Jetzt ist er vielleicht bei 70 Prozent«. Dass anders als in der Vorbereitung aktuell überhaupt ein intensives Training über eineinhalb bis zwei Stunden möglich ist, haben die Rottenburger auch einem altbekannten Trainings-Gast zu verdanken: Tibor Filo.

Der ehemalige TVR-Spieler (2009 bis 2011 und 2012 bis 2013) ist aktuell für den SV Fellbach in der 2. Liga aktiv. Wenn er dort kein Training hat, hilft Filo im Rottenburger Übungsbetrieb aus, um den Ausfall des Mittelblockers Friederich Nagel wenigstens dort zu kompensieren. »Mit seiner Erfahrung hilft er uns, die Trainingsintensität hochzuhalten«, lob Müller-Angstenberger seinen Ex-Schützling, der im Umkreis von Rottenburg eine Arbeitsstelle hat. »Wie es nun aber tatsächlich um unsere Wettkampfhärte steht, werden wir erst im Spiel sehen.«
Gäste mit neuer Philosophie
Und da steht den Rottenburgern gegen den VfB Friedrichshafen am Samstag (19.30 Uhr) in der Tübinger Paul-Horn-Arena die wohl größte Belastungsprobe bevor. »Für mich ist der VfB der Favorit auf die Meisterschaft«, sagt Müller-Angstenberger, der von der Flexibilität und dem Block-Abwehr-System des Rekordmeisters schwärmt. Der ehemalige Bundestrainer Vital Heynen, der 2016 in Friedrichshafen das Kommando übernahm, hat dort eine komplett neue Philosophie etabliert, weiß Müller-Angstenberger. »Sie kommen jetzt weniger über die individuelle Klasse, sondern agieren als geschlossene Mannschaft.«

Im Supercup feierten die Friedrichshafener gegen die BR Volleys den ersten Titel der Saison. In der Liga setzten sie sich souverän gegen Aufsteiger Unterhaching (3:0) und Königs Wusterhausen (3:1) durch. »Damit dürfte die Ausgangslage klar sein«; lacht Müller-Angstenberger, der trotzdem sagt: »Alles ist möglich.« Gerade am Anfang einer Saison gibt es noch Leistungsschwankungen bei den Spitzen-Teams, die ihre Top-Form normalerweise erst im Januar erreichen, wenn es Richtung Meisterschaft geht.

In der Frühphase der Saison kann es daher das ein oder andere überraschende Ergebnis geben – wie den 3:0-Sieg am ersten Spieltag der SWD powervolleys Düren über Meister Berlin -der nächste Top-Gegner der Rottenburger am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr). »Diese Chance müssen wir am Schopf packen«, fordert Müller-Angstenberger. »Das geht aber nur, wenn wir mit viel Selbstbewusstsein ins Spiel gehen und auch unter Druck bei unserem eigenen Spiel bleiben.«

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