VfB gegen Rottenburg: Am Ende besser

29. Februar 2020

Der TV Rottenburg schaffte die Überraschung nicht: Gegen den VfB Friedrichshafen gab’s eine 1:3-Niederlage, die alles andere als eine Klatsche war.

1.600 Zuschauer verfolgten das Süd-Derby der Volleyball Bundesliga in der Tübinger Paul Horn-Arena. Sie sahen ein gutes Spiel mit vielen Abwehraktionen auf beiden Seiten. Auch TVR-Trainer Christophe Achten fand trotz seiner Enttäuschung positive Worte für sein Team: „Wir waren viel besser als in Bühl, aber haben leider keine Punkte geholt.“

Beim 17:16 im ersten Satz deutete der TVR erstmals an, dass die favorisierten Häfler hier was verlieren konnten. Mitch Penning besorgte die Führung mit einem Ass und wenig später wehrte Taichi Kawaguchi zweimal gegen blockfrei angreifende Gäste ab und brachte damit den TVR in glänzende Ausgangsstellung zum Satzgewinn: 22:20. Doch diesen Vorteil verspielte der TVR, die Angreifer fanden nicht die richtigen Mittel und Rottenburg verlor den Satz mit 22:25.

Ähnlich lief’s im zweiten Satz. Beim 14:14 spielten die Red Socks einen unglaublichen Ballwechsel mit bester Abwehrarbeit und cleveren Angriffen. Wieder holte der TVR die Führung zum 16:15 gegen den großen VfB Friedrichshafen, der gar nicht mehr so groß wirkte. Rottenburg spielt wieder lange auf Augenhöhe, bevor die Gäste am Ende aufdrehten. Michael Warm vertraute im zweiten Durchgang auf Daniel Malescha auf der Diagonale, der deutlich mehr Druck ins Häfler Spiel brachte. Und wieder ging der Sack für die Gäste zu – mit 25:20 sogar recht deutlich.

Nicht zu früh freuen, schien das Motto dieses Abends zu werden. So waren die Rottenburger selbst bei der Führung von 21:15 im dritten Satz gewarnt, dass dies noch kein Satzgewinn bedeutet. Christophe Achten hatte auch auf der Diagonalen gewechselt, und Johannes Mönnich machte seine Sache ebenso gut wie zuvor Karl Apfelbach. Dazu spielte Tim Grozer wieder richtig gut und mit aller Cleverness im Angriff – der Hammer war dabei im Angriff wie auch schöne Punkte mit Gefühl. Friedrichshafen bäumte sich kräftig auf gegen den drohenden Satzverlust, doch diesmal vergebens: Mitch Penning setzte den wichtigen Punkt zum 25:21.

Der TVR legte nach mit einer Serie: beim 3:0 zu Beginn des vierten Satzes hatte der TVR schon zwei krachende Blocks gesetzt und einen langen Ballwechsel spektakulär mit einem James Weir-Knaller beendet. Jetzt war der TVR am Drücker und die Häfler wackelten spürbar. Michael Warm holte seinen Routine-Libero Markus Steuerwald aufs Feld, um die Annahme zu stabilisieren. Dennoch wurde der Satz heiß mit beherztem Kampf von beiden Teams. Bis zum 18:18 hatte Rottenburg alle Chancen, doch dann liefen die Gäste heißer als heiß. Sie hatten jetzt wieder das bessere Satzende und holten damit 3 Punkte aus dem Tollhaus der Liga.

Einen Sieger hatte der TVR dennoch im Team an diesem Abend: Jugendspieler Carl Möller spielte bis zum gewonnenen Halbfinale bei den Württembergischen Meisterschaften U 18 in Friedrichshafen. Dann stand er im TVR-Aufgebot, während sein Team in Friedrichshafen den Titel holte. Glückwunsch.

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