Pokalverteidiger Friedrichshafen zeigt keine Schwächen

4. November 2018

Der TV Rottenburg suchte die Außenseiter-Chance im DVV-Pokal gegen den amtierenden Pokalsieger VfB Friedrichshafen – vergeblich.

Am Ende siegten die Gäste vor 1.500 Zuschauern in der Tübinger Paul Horn-Arena mit 3:0 und zeigten nach einem zuletzt schwachen Liga-Auftritt eine sehr solide Leistung. „Der VfB war einfach besser, aber zumindest in den langen Ballwechseln haben wir gut gearbeitet“, sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger.

Das Pokal-Derby startete ausgeglichen. Der TVR ging konzentriert zu Werke und zeigte ab dem ersten Ballwechsel eine starke Abwehrleistung. Auch die Mittelblocker Fred Nagel und Mitch Penning packten immer wieder zu. Nach einem Aufschlag-Ass von Tim Grozer stand sogar eine 7:6-Führung zu Buche. In der Folge zog aber der VfB einige Punkte davon – ohne Klassenunterschied, aber einfach solide und fehlerfrei. 19 Punkte brachten die Rottenburger im ersten Satz zusammen, mit der Hoffnung auf mehr.

Mehr ließen aber die Gäste nicht zu an diesem Abend. Besonders die beiden Außenangreifer, David Sossenheimer und Athanasios Protopsaltis waren in bestechender Form. Da wackelte gar nichts in der Annahme und der VfB-Angriff lief über weite Strecken wie am Schnürchen. Rottenburg hielt zwar dagegen, wie beispielsweise beim spektakulären Ballwechsel zum 14:17, den Idner Martins mit einem gefühlvollen Angriff beendete. Aber wieder ging der Satz mit 19:25 an die Häfler.

Höhepunkt aus Rottenburger Sicht sollte die Satzpause werden: Der TVR ehrte die beiden Deutschen Jugendmeister-Teams U14 und U16 sowie die gesamte Volleyball-Abteilung. In der Jugendarbeit ist der TVR in diesem Jahr das Maß der Dinge. Solche Erfolge feiert nicht einmal der Friedrichshafener Bundesstützpunkt.

Die Goldmedaillen des Nachwuchses halfen im Pokal-Derby nichts. Friedrichshafen machte weiter das Spiel, kräftig angefeuert von einigen Fans vom Bodensee. Immerhin gelang es dem TVR, ein Ausrufezeichen für seine Nachwuchsförderung im 3. Satz zu setzen: Niklas Lichtenauer gab sein Debüt auf der Zuspieler-Position und machte damit vor, dass der Weg im „Rottenburger Ballwunder“ – so heißt das TVR-Förderprogramm zurecht – ganz nach oben gehen kann. Seine Leistung krönte der 17-Jährige mit einem Ass zum 15:21. Der Satz ging dennoch mit 20:25 an die Gäste, aber den großen Szenenapplaus von den 1.500 Fans gab’s für die eigene Jugend.

„Die Lernzeit ist vorbei“, sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger nach dem Pokal-Aus. Nach den starken Gegnern will er nun mit seinem Team jetzt angreifen und die ersten Punkte aufs TVR-Konto holen.

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