Kein happy End

9. März 2019

Nach der 1:3(22:25,28:26,22:25,21:25)-Niederlage gegen die Grizzlys Giesen steht fest: Die Bundesligavolleyballer des TV Rottenburg sind sportlich abgestiegen.

Je länger das Spiel ging, desto kleiner wurde die Hoffnung der Zuschauer, dass die Rottenburger Volleyballer noch ihren Kopf aus der Abstiegs-Schlinge ziehen könnten. Lange Zeit war die Begegnung gegen die Grizzlys Giesen ausgeglichen. Wie schon im ersten Satz, als der Aufsteiger zwar den Ton angab, Rottenburg aber unwesentlich hinterher eilte. Mit dem 25:22 legten die Grizzlys ihr erstes Ass auf den Tisch.

Der zweite Satz hatte es in sich. Rottenburg war nun der Herr im Haus und zeigte erneut, dass es mit der Konkurrenz mithalten kann. Beim 18:18 kochten die Gemüter, lange Diskussionen mit dem Schiedsrichter folgten – Ein Zeugnis einer bis dahin hart umkämpften Begegnung. Besonders umkämpft war die Schlussphase, wo es hin und her ging: Der TVR vergab erst zwei Satzbälle und eröffnete den Grizzlys die Chance auf das 2:0. Doch auch die Gäste vergaben. Im dritten Versuch glückte der Satzgewinn: 28:26, 1:1.

4:4, 9:9, 15:15 – der dritte Durchgang war knapp. Die Gäste führten schon 21:17, als Timon Schippmann seine Mannschaft mit einer starken Aufschlagserie wieder heranbrachte. Es half nichts, auch, weil Jannis Hopt mit einem Aufschlagfehler Giesen den Satzball bescherte. Mit dem 25:22 sorgte der Aufsteiger für die Vorentscheidung.

Der dritte Satz lief noch nicht lange, da hatten Rottenburgs scheidender Coach längst sein Jackett abgelegt und dirigierte in gewohnter Manier seine Mannschaft. Die konnte die Anweisungen brauchen: Giesen führte 5:4, 9:6 und 15:10. Der TVR schaffte nicht mehr die Wende. Das 25:21 besiegelte das 3:1 und den damit verbundenen sportlichen Abstieg des TV Rottenburg.

Die Akteure des TVR äußerten sich nach der Begegnung niedergeschlagen. Rottenburgs Dienstältester Friederich Nagel offenbarte, wie sehr der Abstieg schmerzte. Johannes Schief, seit 2013 in Rottenburg: „Es klingt wie eine dumme Floskel, aber wir haben bis zum Schluss daran geglaubt. Das ist das schlimmste, was ich mit diesem Verein erleben wollte.“

Unter der Woche veröffentlichten die Verantwortlichen des TVR, dass sich die Wege des Vereins und des Trainers Hans Peter Müller-Angstenberger nach 17 gemeinsamen Jahren trennen werden. Außerdem gaben sie bekannt, dass der Klub auch im Falle des sportlichen Abstiegs für die Erste Liga planen. Diese Situation ist seit Samstagabend Gewissheit. In den letzten beiden Spielen beim Deutschen Meister BR Volleys und zuhause gegen Herrsching (23. März) geht es darum, sich ordentlich aus der Saison zu verabschieden. Der große Abschied vom Trainer ist am letzten Heimspiel gegen Herrsching geplant.

 

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