Bundesligavolleyballer und die Fasnet: „Meine Oma habe ich schon lange nicht mehr besucht!“

7. Februar 2018

Am morgigen „Schmotzigen“ Donnerstag beginnt die heiße Phase der Fasnet in Rottenburg. Wir haben uns mit ein paar Bundesligavolleyballer über ihre Erfahrungen mit der schwäbischen Kultur unterhalten. Diese fallen ganz unterschiedlich aus.

Ein Großteil der aktuellen Mannschaft hat die Liebe zu diesem Brauchtum noch nicht so richtig entdeckt. Es ist eher die ältere Generation aktueller und ehemaliger Spieler, die gerne auf die Fasnet geht.

Paul Henning ist erst seit dem vergangenen Sommer in Rottenburg. Er stammt aus Erfurt und hat in den vergangenen Jahren in Frankfurt gelebt. Von dort kenne er Karneval, das ja so ähnlich sei, wie die Fasnet. Auf Nachfrage, ob von der Rottenburger Fasnet schon etwas erzählt bekommen habe, antwortet er „wenig“: „Die Jungs haben nur erzählt, dass es dann so Umzüge und Hexen gibt. Muss man sich da in Acht nehmen?“

Johannes Schief kennt die Fasnet schon länger, aber auch eher vom Hörensagen. Er kommt ursprünglich aus Reutlingen, das – evangelisch geprägt – wenig Fasnets-Kultur pflegt. „In den Flecken um Reutlingen herum geht dafür um so mehr ab. Hier in Rottenburg ist das nochmal eine Nummer anders.“ Schief erlebt seine dritte Fasnet am Neckar. Als Bewohner einer Altstadtwohnung ist er besonders nah dran am Geschehen, wenn er auch kein echter Fan davon ist. „…Die haben doch alle einen Vogel!“, grinst er und erklärt seine persönliche Taktik: „Ich überlege mir dann, wie ich die Zeit außerhalb verbringen kann. Meine Oma habe ich zum Beispiel schon lange nicht mehr besucht.“

Aus der aktuellen Mannschaft sind es Phillip Trenkler und Dirk Mehlberg, die zumindest eine Sympathie für die Fasnet teilen. Ein ehemaliger Bundesligavolleyballer, der immer noch in Rottenburg lebt, feiert dieses Jahr sogar seine Premiere bei der Narrenzunft Rottenburg. Michael Neumeister wird in diesem Jahr zur Probe bei den „Bogges“ mitlaufen. In seinem ersten Jahr kam Neumeister zufällig bei einer Trainingsrunde in Wurmlingen vorbei und blieb beim dortigen Umzug hängen. In den folgenden Jahren entwickelte sich bei der zweiten Mannschaft des TVR eine lose Gruppierung, die auf der Fasnet als „Powerrangers“ ihr Unwesen trieb und das heute noch tut.

Fasnet hin oder her. Für den TVR steht am kommenden Samstag ein wichtiges Auswärtsspiel bei den Volleyball Bisons Bühl an. Da bleibt auch wenig Zeit, sich den Rottenburger Gepflogenheiten näher zu widmen. Vielleicht ja im Anschluss: Mit einem Sieg in der Tasche, feiert es sich sicher gut!

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